Pflebex Pflegegradrechner

Unser Pflegegradrechner unterstützt Sie dabei, Ihre Situation realistisch einzuschätzen. Das Ergebnis dient als erste Orientierung – für alles Weitere stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Seite.

Pflegegradrechner
Wichtiger Hinweis: Dieser Rechner liefert ein unverbindliches Orientierungsergebnis auf Basis der eingegebenen Angaben. Die verbindliche Einstufung erfolgt ausschließlich durch die Pflegekasse nach Begutachtung durch den Medizinischen Dienst beziehungsweise Medicproof. Die tatsächliche Entscheidung kann abweichen, insbesondere wenn Angaben unvollständig sind, besondere Bedarfskonstellationen vorliegen oder Kinder begutachtet werden.

Datenschutz: Die Berechnung läuft vollständig im Browser. Es werden keine Angaben gespeichert oder an einen Server übertragen.

Modul 1 · Gewichtung 10 %

Mobilität

Hier geht es darum, wie selbstständig die Person ihre Körperposition wechseln, sich in der Wohnung fortbewegen und Treppen steigen kann.

So bewerten Sie dieses Modul
  • Selbstständig: keine personelle Hilfe nötig; Hilfsmittel sind erlaubt.
  • Überwiegend selbstständig: kleine Hilfen reichen, zum Beispiel Bereitstellen, Erinnern oder kurze Unterstützung.
  • Überwiegend unselbstständig: die Person kann nur wenig mithelfen; Anleitung oder Übernahme von Teilschritten ist nötig.
  • Unselbstständig: die Tätigkeit muss nahezu vollständig übernommen werden.
Modul 2 · zusammen mit Modul 3 maximal 15 %

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Dieses Modul prüft Orientierung, Erinnern, Verstehen, Entscheiden und Kommunikation. Es geht nicht um körperliche Beweglichkeit, sondern um geistige und kommunikative Fähigkeiten.

So bewerten Sie dieses Modul
  • Vorhanden / unbeeinträchtigt: die Fähigkeit ist zuverlässig vorhanden.
  • Größtenteils vorhanden: meist vorhanden, aber nicht immer oder nicht bei komplexeren Anforderungen.
  • In geringem Maße vorhanden: deutlich eingeschränkt, aber noch erkennbar.
  • Nicht vorhanden: kaum oder gar nicht vorhanden.
Modul 3 · zusammen mit Modul 2 maximal 15 %

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Hier wird erfasst, wie häufig pflegerelevante Verhaltensweisen auftreten, bei denen andere Personen beruhigen, schützen, anleiten oder eingreifen müssen.

So bewerten Sie dieses Modul
  • Bewertet wird die Häufigkeit, mit der Hilfe oder Eingreifen wegen des Verhaltens notwendig ist.
  • „Selten“ bedeutet ungefähr ein- bis dreimal in zwei Wochen.
  • „Häufig“ bedeutet mehrmals wöchentlich, aber nicht täglich.
  • „Täglich“ bedeutet, dass täglich Unterstützung oder Eingreifen nötig ist.
Modul 4 · Gewichtung 40 %

Selbstversorgung

Dieses Modul hat das stärkste Gewicht. Es geht um Waschen, Anziehen, Essen, Trinken und Toilettengänge. Entscheidend ist, ob die Person die Tätigkeit praktisch selbst ausführen kann.

So bewerten Sie dieses Modul
  • Bewerten Sie den tatsächlichen Hilfebedarf im Alltag, nicht nur die Diagnose.
  • Auch Anleitung, Beaufsichtigung, Motivation oder das Übernehmen einzelner Schritte zählt als Hilfe.
  • Bei Essen, Trinken und Toilette werden höhere Punktwerte angesetzt, weil diese Bereiche besonders pflegerelevant sind.
Modul 5 · Gewichtung 20 %

Krankheits- und therapiebedingte Anforderungen

Dieses Modul erfasst ärztlich angeordnete Maßnahmen, bei denen die Person Hilfe benötigt: zum Beispiel Medikamente, Injektionen, Verbände, Arztbesuche oder Therapie.

So bewerten Sie dieses Modul
  • Tragen Sie nur Maßnahmen ein, die voraussichtlich mindestens sechs Monate erforderlich sind.
  • Gezählt wird die Häufigkeit, mit der Unterstützung durch andere Personen nötig ist.
  • Wenn eine Maßnahme zwar verordnet ist, aber vollständig selbstständig durchgeführt wird, tragen Sie „0“ ein.
  • Monatliche und wöchentliche Angaben werden automatisch umgerechnet.

5.1 bis 5.7 · regelmäßige Maßnahmen im Alltag

Tragen Sie ein, wie oft pro Tag, Woche oder Monat Hilfe nötig ist. Der Rechner bildet daraus automatisch einen Tagesdurchschnitt.

5.8 bis 5.11 · Wundversorgung, Stoma, Katheterisierung, häusliche Therapie

Auch hier zählt nur die Unterstützung, die tatsächlich erforderlich ist.

5.12 bis 5.15 · aufwendige Maßnahmen und Besuche

Regelmäßige Arzt- und Therapiebesuche sowie zeitintensive Maßnahmen werden anders gewichtet und automatisch zusammengeführt.

5.16 · Diät oder krankheitsbedingte Verhaltensvorschriften

Modul 6 · Gewichtung 15 %

Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Bewertet wird, wie selbstständig die Person ihren Tag strukturieren, sich beschäftigen, schlafen/ruhen und Kontakte pflegen kann.

So bewerten Sie dieses Modul
  • Es geht um Planung, Tagesstruktur, Beschäftigung, Schlafrhythmus und soziale Kontakte.
  • Auch regelmäßiges Anleiten, Motivieren oder Erinnern durch Angehörige kann relevant sein.
  • Bewerten Sie die typische Alltagssituation, nicht einen besonders guten Einzeltag.

Ihr orientierendes Ergebnis

Bitte beantworten Sie die Module. Das Ergebnis wird automatisch berechnet.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Pflegegradrechner stellt keine Begutachtung, keine Rechtsberatung und keinen Leistungsbescheid dar. Er ersetzt nicht die individuelle Prüfung durch die Pflegekasse und den Medizinischen Dienst beziehungsweise Medicproof. Maßgeblich sind die gesetzlichen Vorgaben, die Begutachtungs-Richtlinien und die tatsächlichen Feststellungen im Einzelfall. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und die spätere Entscheidung der Pflegekasse wird keine Gewähr übernommen.

Tipps für die MD-Begutachtung

Die Begutachtung soll zeigen, wobei im Alltag regelmäßig Hilfe nötig ist. Bereiten Sie die Situation deshalb konkret vor: Nicht beschönigen, aber auch nichts übertreiben. Wichtig sind typische Alltagsprobleme, wiederkehrende Risiken und der tatsächliche Unterstützungsbedarf.

Unterlagen bereithalten

  • aktueller Medikamentenplan
  • Arztberichte, Facharztberichte, Klinik- oder Reha-Entlassberichte
  • Therapiepläne, Verordnungen, Diagnosen und relevante Befunde
  • Pflegedokumentation, Leistungsnachweise oder Pflegevertrag, falls ein Pflegedienst beteiligt ist
  • Hilfsmittelübersicht, zum Beispiel Rollator, Pflegebett, Toilettenstuhl, Inkontinenzmaterial
  • Vollmacht, Betreuerausweis oder Ansprechpartnerliste, falls vorhanden
  • bei Höherstufung oder Widerspruch: Bescheid, Gutachten und eigene Notizen zu Abweichungen

Pflegetagebuch führen

  • mindestens 7 bis 14 Tage dokumentieren
  • Datum, Uhrzeit und konkrete Situation notieren
  • Art der Hilfe festhalten: Anleitung, Beaufsichtigung, Motivation, Teilübernahme oder vollständige Übernahme
  • nächtliche Einsätze, Stürze, Weglauftendenzen, Angst, Aggression oder Verweigerung dokumentieren
  • Medikamente, Verbände, Injektionen, Arzt- und Therapietermine mit Aufwand festhalten
  • nicht nur Minuten zählen, sondern beschreiben, warum Hilfe nötig war

Beim Termin beachten

  • eine Person dazunehmen, die den Pflegealltag gut kennt
  • typische schlechte Tage und gute Tage realistisch beschreiben
  • Hilfebedarf bei Erinnerung, Beaufsichtigung und Anleitung ausdrücklich nennen
  • keine Tätigkeiten „vorführen“, die im Alltag nur mit Risiko oder Erschöpfung möglich sind
  • konkrete Beispiele nennen: Was passiert ohne Hilfe?

Nach dem Bescheid

  • Gutachten und Bescheid vollständig prüfen
  • abgleichen, ob alle Module und Alltagsprobleme korrekt erfasst wurden
  • bei fehlenden oder falsch bewerteten Punkten zeitnah beraten lassen
  • die Widerspruchsfrist beachten; sie beträgt in der Regel einen Monat nach Zugang des Bescheids